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Wein, Weinstock, Weinberg und Weintrauben in der Symbolsprache

Wein

Der Saft des Lebens, Offenbarung; Wahrheit (in vino veritas); Vitalität; aber er ist auch das Blut des Todes bei der Opferung. Wein und Blut sind, ausser im Zoroastrismus, austauschbare Symbole. Wein kann auch in Feuer übergehen.

Wein in den Sakramenten ist Weisheit, die man aus dem Becher trinkt, aus dem der Gottheit geopfert wird, bzw. aus dem Gral; oder der Wein wird zum Blut der Gottheit, das bei der Initiation Macht des Geistes oder des Lebens verleiht oder zur Erinnerung an ein Opfer durch die Gottheit dient.

Korn und Wein zusammen sind sowohl solarer als auch göttlicher Natur; sie bedeuten auch Wärme und Jugend.

Wein und Wasser sind solar und lunar, Feuer und Wasser, die beiden grossen Mächte des Universums; sie stehen auch für die Verschmelzung der göttlichen und menschlichen Natur oder der unsichtbar mit der Menschheit eins gewordenen Gottheit.

Wein und Brot sind das ausgewogene Ergebnis der Arbeit und Geschicklichkeit des Menschen im Ackerbau; auch sind der männliche Wein und das weibliche Brot die Vereinigung des Flüssigen und Festen; der Wein ist die göttliche Ekstase, und das Brot ist die sichtbare Manifestation des Geistes, der stirbt und wieder erwächst.

Auf die Erde geschüttet, ist Wein ein Trankopfer für chthonische Mächte oder für die Toten bei Bestattungsriten. Häufig wird Wein als Symbol der Fruchtbarkeit rituell bei Hochzeiten getrunken.

In der klassischen griech./röm. Mythologie wird Wein hauptsächlich mit Dionysos/Bacchus assoziiert. Seine berauschenden Kräfte gelten als Manifestation göttlichen Besitzergreifens vom Menschen.

Im Christentum symbolisieren Wein und Brot beim Abendmahl nach Matthäus, Markus und Lukas Blut und Leib Christi; eine Erinnerung an das letzte Abendmahl.

Im Islam ist der Wein das Getränk der Auserwählten im Paradies im Gegensatz zum Wasser für die Gläubigen auf Erden.



Weinstock / Weinberg

Schöpferkraft; ein Lebensbaum und in einigen Kulturkreisen ein Baum der Erkenntnis, in anderen Sterbenden Göttern geweiht. Der Weinstock voller Trauben verkörpert Fruchtbarkeit; Leidenschaft; die wilde Rebe bedeutet Falschheit und Treulosigkeit.

Ägypt.: Osiris geweiht.

Buddhist.: Die umschlingende Rebe heftigen Verlangens und Begehrens muss mit der Wurzel ausgerissen werden.

Christl.: Christus ist der Wahre Weinstock, und die Jünger sind die Reben (Joh. 15); der Weinberg verkörpert auch die Kirche und die Gläubigen. Ist er als Baum des Lebens dargestellt, mit Tauben in den Zweigen, so symbolisiert er die in Christus ruhenden Seelen und die Fruchtbarkeit des Geistes. Der Weinstock mit den Kornähren ist ein Bild für die Eucharistie.

Griech./Röm.: Vor allem als Baumsymbol für Bacchus/Dionysos verbreitet zu finden; auch Apollon geweiht.

Jüd.: Der Weinstock verkörpert die Israeliten als das auserwählte Volk; zusammen mit dem Feigenbaum ist er ein Sinnbild für Frieden und Reichtum.

Sumero-semit.: Tammuz und Baal geweiht; Attribut von Gestinanna, der Göttin der Weinrebe.



Weintraube

Attribut von Gottheiten des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, verkörpert den Wein des Lebens, daher auch Unsterblichkeit; wird besonders mit Dionysos/Bacchus assoziiert. Sie symbolisiert auch das Opfer durch die Verbindung von Wein und Blut; in dieser Symbolik wird sie in der christl. Ikonographie gebraucht: Christus in der Kelter ist im Mittelalter eine direkte bildliche Vorstellung zum Abendmahlwein als Blut Christi.

Bisweilen werden Weintrauben verwendet, um Evas Scham zu bedecken, im Gegensatz zum männlichen Feigenblatt. Die Weintraube übernimmt zudem die Symbolik des Weines für die berauschende Wirkung, Gastfreundschaft, Orgie und Jugend.

J.C. Cooper
Lexikon alter Symbole




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