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Über den Wolken - Weinprobe

Ein wahrer Kult wird um die richtigen Weingläser gemacht. Welche Sorte passt zu welchem mundgeblasenen Gefäss am besten, rätseln Weinliebhaber. Andere Genussfaktoren aber werden kaum beachtet: Wie ist die Luftfeuchtigkeit, wie hoch der Luftdruck, auf welcher Höhe wird gekostet? Das sei übertrieben, glauben Sie? Müssen wir jetzt etwa aufs Barometer gucken und den Wetterbericht abwarten, bevor wir eine gute Flasche öffnen?

Der Wahrheit auf den Grund gingen die Südtiroler Winzer mit einer Alpenverkostung auf 1500, gut 2000 und 2800 Metern über dem Meeresspiegel. Ob es jetzt die Höhe an sich oder der oben niedrigere Luftdruck war, die veränderte Luftfeuchtigkeit oder gar die Kondition der teilnehmenden Winzer, Sommeliers und Journalisten - sowohl Weissburgunder und Chardonnay als auch Gewürztraminer und Cabernet Sauvignon veränderten sich am Gaumen der Probanden. Und zwar so stark, dass ein vorzüglicher, nach Erdbeeren duftender Kalterersee zu einem verschlossenen, harten und kantigen Ungetüm wurde: beide Male aus identischen Gläsern und mehreren Vergleichsflaschen verkostet!

Auch der Cabernet des Südtiroler Spitzenwinzers Lageder zeigte sich mal überreif und malzig, mal als eleganter, Spass machender Top-Wein. Unter den Wetterbedingungen veränderten sich übrigens vor allem Sekt (der niedrige Luftdruck auf 2800 Metern Höhe führte zu übermässigem Schäumen) und alkoholstarke Gewächse. Auch besonders aromatische Tropfen wie Gewürztraminer und Sauvignon blanc schmeckten mal aufdringlich, mal elegant.

Ganz neu ist das Phänomen nicht, über ähnliche Schwierigkeiten klagen seit langem die Fluglinien. Leichte, spritzige Weissweine schmecken z. B. hoch über den Wolken oft lasch und langweilig. Worüber sich Lufthansa-Manager die Köpfe zerbrechen, sollte auch den Normalverbraucher zum Nachdenken anregen. Akribisch die Wetterdaten überprüfen, bevor der Korken gezogen wird, ist sicher unnötig. Aber wenn ein guter Wein mal gar nicht schmeckt, sollte man dafür nicht immer den Winzer oder den Glashersteller verantwortlich machen!

Berliner Morgenpost 01.02.03



Sonne tanken in Südtirol - Lust auf Törggelen?

Wer's deftiger und ursprünglicher mag, dem sei ein Besuch in Eppan, 15 Autominuten von Bozen, empfohlen. Der kleine Ort an der Weinstrasse ist von neun Burgen und Schlössern geprägt. Hinzu kommen noch einige Adelspaläste. Heute lebt das Dorf von seinen guten Weinen. Vier Kellereigenossenschaften und sieben private Weinkellereien sorgen für Wohlstand. Fast alle kann man nach Voranmeldung besichtigen. Weinverköstigungen gehören in der Regel dazu. Im nahen St. Pauls befindet sich einer der schönsten Weinkeller Südtirols, der Paulser Dorfkeller. Hier kann der Gast das traditionelle Törggelen geniessen, eine Mischung aus Weinverköstigung des Nuien (des neuen Herbst-Weines), begleitet von heissen Kastanien der Region und einer zünftigen Marende (Südtiroler Brotzeit). St. Pauls zeigt alljährlich ab dem 1. Dezember eine traditionelle Krippenausstellung.

Wer vom Südtiroler Wein nicht lassen mag, fährt eine Viertelstunde weiter nach Magreid und besucht das berühmte Weingut der Lageders. Es gibt dort eine schöne Schenke sowie einen Direktverkauf, der trotz des prominenten Namens immer auch bezahbare Weine vorrätig hält.

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