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Rettet die alten Sorten!

Die Zeit für den Aufbruch ist gekommen. Überall im Süden besinnen sich Winzer und Weingutbesitzer auf ihre Wurzeln, arbeiten daran, Weine mit regionalem Charakter zu keltern, widmen sich mehr und mehr alten Sorten. Schien noch vor kurzem ein Grossteil des Bestandes an alten, lokalen Reben vom Aussterben bedroht, hat man in den letzten Jahren Dutzende alter Varietäten erfasst und versucht, sie zu konservieren. Denn gerade im Mittelmeerraum existieren unzählige, teils kaum bekannte, regionale Rebsorten, von denen einige auch qualitativ interessant sein können.

Zurzeit zielt der Trend leider immer noch darauf, die Anzahl verwendeter Sorten zu vermindern. Syrah, Grenache, Mourvèdre, Cinsault und Carignan heissen die roten Trauben Südfrankreichs, Rolle (Vermentino), Marsanne und Rousanne, Grenache blanc, Picpoul oder Clairette sind interessante und vielversprechende weisse Varianten. In Tat und Wahrheit ist die beliebte und pflegeleichte Syrah im Vormarsch und der modische Viognier, während sich kaum jemand für den Cinsault interessiert oder für alte Varietäten wie Macabeu, Bourboulenc noir, Piccardan, Terret oder Cunoise. Kaum besser schaut es in Spanien aus, wo der Sortenspiegel erschreckend schrumpft, zugunsten des einheimischen Tempranillo und der internationalen Sorten.

Auch was aus dem Süden Italiens oder Griechenland stammt und heute internationale Erfolge feiert, ist nicht selten aus den Modesorten Chardonnay, Cabernet, Merlot gekeltert. Immerhin haben sich hier viele alte Varietäten behaupten können und erleben mit etwas Glück (und unserem Zutun) bald einmal eine Renaissance. In Griechenland etwa sind über 300 Sorten erfasst. Eine ganze Menge davon dienen allerdings auch zum Erzeugen von Tafeltrauben. Die grösste Bedeutung haben Rotweinsorten wie Xynomavro, (in den AC-Weinen Naoussa, Aminteon und Goumenissa); Agiorgitiko (Nemea), Kotsiphali und Mandilari (Kreta) und Weissweinsorten wie Roditis (Retsina, aber auch Patras) Savatiano (Kantza und Anchialos) Robola (auf der Insel Kephalonia) und Moskophilero (Mantinia, der wohl beste Weisse Griechenlands). In Süditalien sind es die Frappato und die Nero d’Avola oder die weisse Cattarratto in Sizilien, der Aglianico in Kampanien oder der Primitivo in Apulien, denen am meisten Chancen eingeräumt wird, neben den aus Frankreich importierten Sorten zu bestehen.

Nun kann und soll es nicht darum gehen, eine paar alte Sorten aufs Podest zu heben und daraus anstatt aus Cabernet sortenreine Weine zu produzieren. Auf den gekonnten Verschnitt kommt es an. Eine heute ungeliebte Rebe wie der Carignan (immer noch die wichtigste Rotweinsorte Südfrankreichs und auch in Spanien, wo sie ursprünglich herstammt, verbreitet) hat durchaus Berechtigung im Mischsatz. Zehn, zwölf Prozent Carignan frischt den Wein auf, bringt Struktur und Säure (ganz ähnlich übrigens wie der Cabernet im Süden, der nur reinsortig angewendet eine Idiotie ist, als Mostverbesserer aber durchaus seine Berechtigung hat). Es gilt also, herauszufinden, auf welchen Terroirs welche Sorte welches Resultat zeitigt, wie und in welcher Proportion sie sich im fertigen Mischsatz bewährt. Angesichts mehrerer Dutzend vielversprechender Sorten ein langwieriges Unterfangen! Es gibt noch einiges zu tun für unsere Winzer, Forscher und Pröbler.

Sie mag noch in den Kinderschuhen stecken, die auf die Möglichkeiten des Südens ausgerichtete Önologie des Terroirs. Bereits feiert der Süden erste Erfolge, und die Entwicklung verläuft rasant besonders im Süden Frankreichs, dem Languedoc-Roussillon, der südlichen Rhone, der Provence. Wer über die Weine aus dieser Ecke heute noch die Nase rümpft, hat eine Entwicklung verschlafen, die als eigentliches Wunder gelten darf. Denn die Tatsache ist die: Käufer aus der ganzen Welt geben sich heute die Klinke in die Hand der führenden Domänen, die gar nicht genug produzieren können, um die Nachfrage zu befriedigen. Doch da ist der Nachbar, und der arbeitet auch immer besser… Keine Woche vergeht, ohne dass ein neuer Name am Firmament der Languedoc-Stars auftaucht. Nun mögen viel Südweine noch nach ähnlichem Muster gestrickt sein - viel Syrah, etwas Barrique, satte Frucht, knackiges, mundfüllendes Tannin - , ihr Temperament setzt sich immer wieder durch und beschert rasch grössten Trinkgenuss.

Die Revolution, die uns als nächstes erwartet, ist die der lange vernachlässigten Weissweine. Dank den heutigen technischen Mitteln lassen sich in den geeigneten Lagen des Südens inzwischen grossartige Weisse keltern. Auch hier ist heute Südfrankreich führend, während in Süditalien und Spanien (von Ausnahmen abgesehen) die Chardonnitis grassiert. Die neuen Weissen aus Clape, Pinet (Picpoul) den Coteaux du Languedoc oder dem Roussillon, mit den oben erwähnten regionalen Sorten gekeltert, besitzen Fülle, Stoffigkeit und überraschende Frische. Heute feiern sie erste Erfolge in Erzeugergebiet selber. Morgen winkt die internationale Anerkennung.

Der Weinfreund ist gut beraten, wenn er diese Entwicklung nicht verschläft. Die Initialzündung ist von Frankreich ausgegangen, greift aber langsam auf die anderen Mittelmeerländer über. Sogar in Nordafrika (traditionell immer in grosser Nähe zu Frankreich) geht die Rede der Qualität, und es werden einschlägige Investitionen getätigt. In Süditalien waren es vor ein paar Jahren ein paar wagemutige, die sich der herrschenden Tendenz der Massenproduktion entgegenstemmten. Antonio Librandi in Kalabrien (sein Cirò rosso Duca San Felice ist eine Legende), die d’Angelo in der Basilicata, der kürzlich verstorbene Cosimo Taurino in Apulien. Heute sind es finanzkräftige Unternehmer, die im Süden investieren. Der Australier BRL Hardy zum Beispiel produziert in Kooperation mit Calatrasi in der Produktlinie D’Istinto einen tiefpreisigen Nero d’Avola, eine Cuvée aus zwei sizilianischen weissen Trauben, und den Magnifico, einen Verschnitt von Cabernet mit Nero d’Avola. Und die GIV (Gruppo Italiano Vini) hat eben im Westen Siziliens das bekannte 350-Hektar-Weingut Rapitalà gekauft.

www.vinum.info - Europas Weinmagazin
Rolf Bichsel 05/2000




Nero d'Avola

Nero d'Avola

Nero d'Avola
Wein ist ein alkoholisches Getränk, das aus Weintraubensaft durch Gärung hergestellt wird. In einem Liter Wein sind ca. 100 g Alkohol, 4 bis 8 g Fruchtsäure sowie Geruchs- und Geschmacksstoffe enthalten, die Duft, Kraft und zugleich seine Milde bestimmen.

Weinbau

Der Weinbau erfolgt in Weinbergen, -gärten und -häusern in besonders sonnigen Lagen und ist eine der höchsten Arbeitsaufwand erfordernden landwirtschaftliche Kulturen, weshalb die Bewirtschaftung in den meist mit Arbeitskräften stark besetzten Familienbetrieben durchgeführt wird. Der Boden hat einen starken Einfluss auf das Wachstum der Rebe und auf die Qualität des Weines. Für ein gutes Gedeihen ist ein mäßig feuchtes sonniges Klima Voraussetzung. Die Rebe selbst muss regelmäßig geschnitten und angebunden werden, der Boden wird 4 bis 5 mal im Laufe einer Vegetationsperiode gehackt. Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen müssen ebenfalls durchgeführt werden. Bei eine Neuanlage eines Weinbergs kann erst im 3. Jahr die erste Lese eingebracht werden.

Rebsorten

Es gibt viele Tausend Varianten des Vitis vinifera, die in Europa beheimatete Weinrebe. Andere Arten wie Vitis lambrusca sind in Amerika und Asien heimisch. Bestimmmte Sorten sind vorzüglich an spezifische Mikroklimate der der Weinbergstandorte angepasst. Die Lage sowie Kelter- und Gärbedingungen bringen aus einer Rebsorte Wein mit unterschiedlichen Charakteristiken hervor.

  • Alle Traubensorten - Verzeichnis



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