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Verschwendung am Mittelmeer

Wird in den Ländern am Mittelmeer Süsswasser knapp, liegt das keineswegs nur an fehlenden Niederschlägen. Gerade in diesen Gebieten mit relativ wenig Regen wird nämlich erheblich mehr Wasser verschwendet als im feuchten Mitteleuropa, berichtet Holger Schmid vom WWF-Büro in Rom. So versickern vierzig bis fünfzig Prozent der in italienische Wasserleitungen eingespeisten Flüssigkeit durch unzählige undichte Stellen nutzlos im Boden, weil das Netz nicht ausreichend gewartet wird. Solche Leitungsverluste kann niemand vermeiden, in Deutschland aber liegen die Verluste mit zehn bis zwanzig Prozent erheblich niedriger.

Der grösste Teil des Süsswassers aber fliesst in den Ländern des Mittelmeerraumes nicht durch Wasserhähne und Duschköpfe, sondern auf die Felder der Bauern. Die Landwirtschaft aber scheint gleichzeitig der wichtigste Faktor bei der Verschwendung zu sein, stellt WWF-Wasserexperte Holger Schmid fest. Mit massiver Hilfe aus den Fördertöpfen der Europäischen Union werden nämlich in vielen Gebieten Spezialkulturen angelegt, die besonders viel Wasser verbrauchen.

An der Cota Doñana im Süden Spaniens reifen zum Beispiel die frühen Erdbeeren, die lange vor der hiesigen Saison die Märkte Mitteleuropas erreichen sollen. Selbst die eigentlich an die Bedingungen des Mittelmeerraumes angepassten Olivenbäume sehen Experten kritisch, weil auch diese Bäume sehr viel Wasser verbrauchen: Schon längst gibt es durch EU-Subventionen verstärkt Olivenöl im Überfluss in Europa. Und statt der zwar etwas teureren, aber erheblich sparsameren Tropfbewässerung, leiten viele Bauern das Wasser immer noch einfach auf ihre Felder. Das ist zwar billig, aber nicht sonderlich effektiv. In den ohnehin recht trockenen Sommermonaten schnellt in vielen Regionen am Mittelmeer der Wasserverbrauch zusätzlich in die Höhe, sobald die Urlauber aus dem Norden die Hotels beziehen. Schliesslich duscht der Tourist gerade in den heissen Klimazonen gern lange.

Roland Knauer
Berliner Morgenpost 16.07.2003




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