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Silvio Berlusconi



Mussolini hat niemanden ermordet - Besser das faschistische Regime als Saddam Husseins Diktatur

Es war nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Verbal-Amoklauf von Don Berlusconi: Italiens Regierungschef (und derzeitiger EU-Ratsvorsitzende) fand jetzt Worte des Lobes für Mussolini. Der faschistische Diktator sei wesentlich besser als das Regime des ehemaligen irakischen Führers Saddam Hussein gewesen: Mussolini hat wenigstens niemanden ermordet.

Das Interview schockte Italiens oppositionelle Linke. Berlusconis Worte können als faschistische Propaganda bestraft werden, kommentierte der Spitzenpolitiker der oppositionellen Linksdemokraten (DS, stärkste Oppositionspartei), Fabio Mussi. Er betonte, dass tausende von Anti-Faschisten in Italien ermordet worden seien. Berlusconi leugne die unzähligen politischen Gegner, die den Widerstand zu Mussolinis Regime mit ihrem Leben bezahlten.

12.09.2003



Entrüstung über Berlusconis Richterschelte

Italiens Regierungschef fühlt sich von der Justiz verfolgt. Jetzt hat er in einem Interview von Entrüstung über Berlusconis Richterschelte geistesgestörten Richtern mit psychischen Problemen gesprochen, und von kommunistischer Unterwanderung, die Italien gefährde. Richterverbände stehen Kopf, die Opposition tobt.

Immer wieder überrascht der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconis mit irritierenden Äusserungen. Diese Erfahgung haben beispielsweise die Deutschen gemacht, als der Regierungschef im Juli einem sozialdemokratischen EU-Abgeordneten aufforderte, als Kapo in einer Serie über ein KZ mitzuspielen. Ich wollte nur witzig sein. Das ganze Parlament hat gelacht, erklärte er hinterher.

Jetzt jedoch wurden Bemerkungen des Medienmoguls über italienische Richter, Journalisten und Politiker veröffentlicht, die alle bisherigen Ausfälle in den Schatten stellen. Geäussert hat sich der Regierungschef in einem Interview mit der konservativen britischen Wochenzeitung The Spectator. Sein Sprecher Paolo Bonaiuti relativierte diese Aussage später in einer Stellungnahme und erklärte, der Sprachunterschied und eine journalistische Ausmalung hätten Berlusconis eigentliche Aussage verändert.

05.09.2003



Recht gebogen, Fussball gerettet

Mit dem Fussball ist Silvio Berlusconi in Italien populär geworden – als Präsident jenes AC Mailand, der mit den Holländern Gullit und Van Basten von Triumph zu Triumph eilte. Nicht von ungefähr heisst Berlusconis Forza Italia, wie der Schlachtruf , mit dem die italienischen Tifosi ihre Nationalelf anfeuern. Mit Berlusconi als Ministerpräsident ist der Fussball endgültig zur Chefsache avanciert, und gleichzeitig zum willfährigen Spielzeug des mächtigsten Mannes im Land degeneriert.

Jetzt hat die Regierung ein Gesetzesdekret erlassen, das die Spielpläne neu ordnet. Ich übernehme die volle Verantwortung, ich muss auch noch den Fussball retten, hatte der Premier angekündigt und dann Tatsachen geschaffen. Sämtliche Gerichtsbeschlüsse, die die skandalgeschüttelten Klubs der Profiligen in die Schranken gewiesen hatten, wurden ausser Kraft gesetzt. Wenn es darum geht, Richtern das Handwerk zu legen, hat Berlusconi ja mittlerweile eine gewisse Erfahrung. Zu den Profiteuren der Notverordnung gehört der SSC Neapel, der seine Lizenz mit gefälschten Bankbürgschaften erwirkt hatte und deshalb gerichtlich in die 3. Liga relegiert worden war. Null und nichtig, befahl die Regierung. Hinter Calcio Napoli stehen mindestens eine Million Tifosi, ergo Wähler.

Ähnlich ist die Lage in Catania. Berlusconis Koalitionspartner Alleanza Nazionale hatte die Revolte der Sizilianer gegen ihren Abstieg angeführt – die Wählerstimmen fest im Auge. Auch die Lega Nord darf in der Farce nicht fehlen: Sie kündigte erbitterten Widerstand an, falls nicht auch norditalienische Klubs begnadigt werden. Im Herbst, wenn das Dekret in ein Gesetz umgewandelt werden soll, rollt der Ball im Parlament.

www.sueddeutsche.de
Birgit Schönau 20.08.2003




Der Besetzungsvorschlag

Herr Schulz, ich weiss, dass in Italien derzeit ein Film über die Konzentrationslager der Nazis gedreht wird. Ich schlage sie für die Rolle des Aufsehers vor. Sie wären perfekt. Mit dieser Einlassung reagierte Berlusconi vor dem EU-Parlament in Strassburg auf die Kritik des deutschen Europaabgeordneten Martin Schulz, der den italienischen Regierungschef unter anderem wegen dessen umstrittenen Justizgesetzen scharf kritisierte. Später nannte Berlusconi die Äusserung Ironie.

Juli 2003



Der nützliche Idiot

Er ist ein nützlicher Idiot. So äusserte sich Berlusconi über den damaligen Bürgermeister von Rom, Francesco Rutelli, der zu dieser Zeit als Gegenkandidat Berlusconis für die im folgenden Jahr anstehende Parlamentswahl gehandelt wurde. Rutelli - der später tatsächlich nominiert wurde, gegen Berlusconi aber verlor - sei eine Marionette und lediglich ein Strohmann der Linken, fuhr Berlusconi damals fort.

September 2000



Die überlegene Kultur

Wir müssen uns unserer Vorherrschaft und der Überlegenheit unserer westlichen Kultur bewusst sein. Mit dieser Äusserung, die er bei einem Besuch in Berlin von sich gab, sorgte Berlusconi nur wenige Wochen nach dem 11. September für Aufregung. Damals versuchten die meisten Staaten, nach den Anschlägen nicht die gesamte islamische Welt zu verurteilen. Berlusconi wollte die Worte später so nicht gesagt haben und sprach von einer Fabel.

Oktober 2001



Der gehörne Aussenminister

Auf dem Abschlussfoto des Gipfels der EU-Aussenminister im spanischen Caceres steht Berlusconi - der damals kommissarisch auch das Aussenamt innehatte - hinter seinem spanischen Kollegen Josep Pique: Zeigefinger und kleiner Finger der rechten Hand sind in die Höhe gereckt - in Spanien wie in Italien das Zeichen für den gehörnten Ehemann. Er habe nur ein Spässchen machen wollen, ohne Hintergedanken, zur Auflockerung des informellen Treffens, sagte Berlusconi hinterher. Der Spass wurde in Spanien übel aufgenommen.

Februar 2002



Der Tipp für Arbeitslose

Die Willensstärkeren unter ihnen finden sicher einen zweiten Job, vielleicht keinen offiziellen, aus dem sie ihre Familienkasse ein wenig aufbessern können. Mit diesen Worten riet Berlusconi den von der Entlassung bedrohten Mitarbeitern des italienischen Autobauers Fiat unverblümt zur Schwarzarbeit. Bei Fiat stand damals die Entlassung von etwa 5'600 Mitarbeitern an. Insgesamt waren etwa 8'000 Beschäftigte von Sparmassnahmen betroffen.

Dezember 2002



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Mafia - Politik und Wirtschaft im Visier
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