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Kopfweh durch Wein

Wer das nicht kennt, der trinkt vermutlich nie Wein. Irgendwann erwischt es einen mehr oder minder unangenehm: Kopfweh und Kater. Warum man von Wein Kopfschmerzen bekommt, wäre schön zu wissen. Denn Ursachen, die man kennt, kann man abstellen. Was wahrscheinlich jeder weiss: Einen Kater kriegt man, wenn man schlicht zuviel trinkt.

Die Menge macht’s

Alkohol ist ein Zellgift und kommt durch die Blut-Hirn-Schranke hindurch. Er schädigt das Hirn direkt. Kopfschmerzen allerdings löst er nur indirekt aus. Der Körper will dieses Gift wieder loswerden und die Leber arbeitet auf vollen Touren. Sie kommt zu nichts mehr anderem. Eine der Folgen: der Blutzuckerspiegel sinkt. Das kann dann zu Kopfschmerzen führen. Ausserdem greift Alkohol in die Steuerung eines Hormons ein, das für die Flüssigkeitshaushalt verantwortlich ist. Dadurch wird der Körper entwässert. Damit werden auch Mineralien wie Magnesium ausgeschwemmt. Der Wasser und Mineralstoffmangel kann Kopfschmerzen auslösen. Schliesslich blockiert Alkohol den Sauerstoffaustausch im Hirn. Das wird natürlich verstärkt, wenn die Luft sowieso «schlecht» ist. Kneipenluft mit viel Rauch - oder gleichzeitiges Rauchen beim Weintrinken - sind Kopfwehauslöser.

Schwefel

Schwefel hat den Ruf, der Kopfwehmacher schlechthin zu sein. Das ist falsch. Bei den meisten Menschen kann man ihn als Ursache sogar ausschliessen. Die Mengen, die im Wein zulässig sind, sind viel zu gering, um Probleme zu machen. (Bei trocknen Rotweinen sind die Werte am niedrigsten, max. 400 mg/Liter enthalten edelsüsse Beeren- oder Trockenbeeren-auslesen - aber von denen trinkt man ja auch nur geringe Mengen). Andere Nahrungsmittel wie Hamburger oder Dosengemüse enthalten wesentlich mehr davon. Allerdings gibt es Schwefel-Allergiker! Sie reagieren heftig bis hin zu Schwefel-Asthma. Denen ist aber nicht zu helfen, denn Wein enthält auch von Natur aus bis zu 30 mg/l Schwefel. Da hilft nur: Abstand halten!

Fuselöle

Das sind langkettige Alkohole und andere Verbindungen, von denen vor allem extraktreiche Weine mehr enthalten. Sie werden nur langsam abgebaut und wirken betäubend. Und sie verursachen den Kater. Normalerweise enthalten Weine nur geringe Mengen davon. Aber bei unsauberer Gärung können sie zum Problem werden.

Acetaldehyd

Acetaldehyd ist ebenfalls ein natürlicher Bestandteil von Wein, ein Nebenprodukt der Gärung. Normalerweise wird es im Körper zu Essigsäure abgebaut. Dass es für Kopfschmerzen mitverantwortlich sein kann, weiss man aus zwei Gründen: Es gibt ein Medikament, das Alkoholikern das Trinken abgewöhnen soll. Es unterbindet eben den Umbau von Acetaldehyd zu Essigsäure. Die Folge: rasende Kopfschmerzen. Ostasiaten haben von Natur aus zu wenig von jenem Enzym, das für den Umbau von Acetaldehyd verantwortlich ist. Sie leiden deshalb ebenfalls schon bei geringen Trinkmengen schnell unter Kopfschmerzen. Wahrscheinlich «vertragen» aber auch Europäer unterschiedlich viel davon.

Histamin

Histamin ist ein biogenes Amin, das der Wein enthält. Vor allem bei langer Maischstandzeit und nach biologischem Säureabbau. Deshalb enthalten Rotweine in aller Regel drei bis viermal soviel Histamin wie Weissweine. Vor allem in spanischen Roten wurden immer wieder sehr hohe Wert gefunden. Diese Amine verursachen typische allergische Reaktionen, zu denen Kopfschmerzen und Übelkeit gehören - Kater-Symthome. Normalerweise werden diese Stoffe im Darm und in der Leber weitgehend unschädlich gemacht. Aber es gibt eben Menschen, bei denen das nicht richtig funktioniert und bei denen Histamin deshalb heftige Migräne-Attacken auslöst. Da aber schon sehr kleine Mengen (0,1 mg Histamin) zu solchen pseudoallergischen Vergiftungserscheinungen führen, müssen auch Gesunde darauf achten, dass sie nicht zu viel davon zu sich nehmen. Deshalb ist die beliebte Kombination Käse und Wein eher problematisch: Käse enthält nämlich auch sehr viel Histamin.

Tipps und Tricks

Moderat trinken! Doppelte Vorsicht bei «gefährlichen Mischungen»: Trinken und Rauchen, Wein und Käse. Viel Wasser zum Wein dazutrinken und vielleicht noch eine Magnesiumtablette dazutun.

www.swr.de



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