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Feines ohne Rang und Namen

Alltagsweine · Wer nicht ständig seine besten Flaschen opfern will, tut gut daran, einen gepflegten Tageskeller anzulegen.

Eine Kunst des Weintrinkens liegt darin, dass man sich die Freude am Einfachen bewahrt. An Weinen, die unkompliziert, aber dennoch schmackhaft sind. An Weinen, die ohne Brimborium eingeschenkt und getrunken werden. Also Weine, die Qualitäten besitzen und erst noch den Geldbeutel schonen.

Solche Weine sind der perfekte Alltagstrunk. Sie kosten nie mehr als 20 Fr. pro Flasche, und sie sind für den interessierten «Weinforscher» relativ leicht zu finden. Wer nämlich entlang den Auslagen eines Supermarktes streift, wer sich von den Weinhändlern über Aktionen oder weniger bekannte Provenienzen und Güter informieren lässt, wird schnell fündig.

Ganz besonders lohnt sich, den in Vergessenheit oder Ungnade geratenen Weinbaugebieten eine erneute Chance zu geben. Das Veltlin, Portugal und Österreich wären zu nennen. Aber auch bei den «Exoten» sind Weine aufzustöbern, die betreffend Preis-Leistungs-Verhältnis erstaunen. Südafrika, Chile, Argentinien, einige Weine aus den USA und aus Australien verhindern, das die Auswahl allzu europalastig ausfällt.

Allerdings muss man sich damit abfinden, dass mit solchen «Tröpfchen» bei «Etikettentrinkern» kein Staat zu machen ist. Denn das Reich dieser Connaisseure ist und bleibt der ruhmreich-ruinöse Olymp von Château Mouton, Latour und dergleichen. Dafür wird mancher Kenner erfreut die Augenbrauen hochziehen und, wenn er eine ehrliche Haut ist, sogar eingestehen, dass es genau solche Weine waren, die ihn in die Welt der renommierten und teuren Güter geführt haben.

Nichts gegen eine kostspielige Flasche, wenn sie ihren Preis auch wert ist. Doch hier geht es darum, die Institution des so genannten Tageskellers zu beleben. Wie der Name andeutet, liegen hier die Weine, die freigebig und ohne Reue entkorkt werden. Ihre Domäne ist vornehmlich eine kulinarische. Die richtige Wahl vorausgesetzt, harmonieren sie so ziemlich mit allem, was aus Kochtöpfen, Backofen oder aus der kalten Küche kommt.

Die massgebliche Eigenschaft bei diesen Alltagsweinen ist - nebst dem fairen Preis - ihre Konsumreife. Einen Wein für den baldigen Genuss zu wählen, der wegen mangelnder Lagerung seine Gerbsäure nicht vermindert oder die noch spitz wirkende Säure abgebaut hat, wäre Geldverschwendung. Das bedingt: Für den Tageskeller werden ausschliesslich trinkreife Weine zusammengestellt. Und zwar in einer Anzahl, die bewältigt werden kann. Ansonsten die Gefahr besteht, dass man eines Tages einem Gast - oder noch schlimmer, sich selber - eine «Weinleiche» auftischt.

Wo und wie lagern?

Die Weine für den Alltag werden auf zwei Arten gelagert:

Die Weinkeller-Variante: Hier liegen die Flaschen im selben Keller, zusammen mit den besten Tropfen. (Selbstverständlich separiert, damit nicht kompliziertes Manipulieren oder gar ein Umschichten von Kisten notwendig wird.) Diese Methode bedingt allerdings, dass man bereit ist, bei allfälligen «Nachschubproblemen» gleich mehrfach ins Untergeschoss zu steigen. Bequemer, wenn auch temperaturmässig nicht ganz so ideal ist der «Kastenkeller»: Ein Schrank in der Wohnung wird so eingeteilt, dass eine Halbjahresration Weine, auch hier schön geordnet, Platz findet. Wichtig: Der Schrank darf weder besonnt werden noch in der Nähe von Heizung oder Heizungsröhren stehen.

Für die im Gegensatz zu den Rotweinen fragileren Weissweine empfiehlt sich ein kleiner Extra-Kühlschrank. Seine Temperatur wird zwischen acht und zehn Grad eingestellt. So sind die Weine stets servierbereit, und das Risiko, dass sie vorschnell altern, wird minimiert.

Wo immer die Weine aufbewahrt werden - sie sollten in vollkommener Dunkelheit, mehr oder weniger erschütterungsfrei und so positioniert sein, dass der Überblick gewährleistet ist. Letzteres sorgt dafür, dass vom Lieblingstropfen stets genügend Reserve vorhanden ist. Denn sollte das einmal nicht der Fall sein, dann bleibt wieder nichts anderes übrig als eine dieser «grossen Flaschen» zu opfern, die man doch eigentlich am liebsten bis in alle Ewigkeit besitzen möchte.

Autor: Robert Meier - Handelszeitung



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