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Der Fall De Fusco

ALTSTADT / Ein Beizer verkauft kühle Getränke über die Gasse. Doch die Gewerbepolizei macht ihm einen Strich durch die Rechnung - er fühlt sich ungerecht behandelt.

Der kleine Gastgewerbebetrieb Enoteca Bacchus von Antonio De Fusco an der Herrengasse wurde jüngst zum Thema der Berner Gewerbepolizei. Deren Leiterin, Sibylle Beyeler, erklärt auf Anfrage, es seien in letzter Zeit vermehrt lärmende Gruppen von Jugendlichen vor der Vinothek gesichtet worden, die es mit der Entsorgung der Abfälle nicht so genau nahmen. Dies vor allem auch zu später Stunde. Ausserdem habe man auf der Münsterplattform diverse orange Säcke aus dem Laden gefunden.

Grund dafür ist die Tatsache, dass die seit zwei Jahren existierende Enoteca namentlich im Sommer neben Wein und Grappa auch andere Getränke über die Gasse verkauft. Viele Besucher der Münsterplattform decken sich daher bei ihm mit Getränken ein - vor allem auch deshalb, weil er einer der wenigen Anbieter in diesem Umkreis ist und relativ billig verkauft. Wie aus einem Brief der Gewerbepolizei an De Fusco hervorgeht, hat der Inhaber für diese Art von Take-away auch eine Bewilligung. Die Betriebsbewilligung A «berechtigt nicht nur zum Ausschank, sondern auch zum Verkauf von alkoholischen Getränken».

Gewerbekommissärin Beyeler bestätigt denn auch, dass jeder Wirt über die Gasse verkaufen darf. Doch das Schreiben bringt die Sache auf den Punkt: Der Betrieb habe sich «in letzter Zeit darauf spezialisiert, vor allem am Abend, einen so genannten Türverkauf anzubieten». Dabei beträten die Kunden nicht mehr den Laden, sondern würden «direkt unter der Türe» bedient. Der zusätzliche Fakt, dass mit diesem Verkauf jährlich knapp die Hälfte des Umsatzes erzielt wird, liess die Gewerbepolizei zum Schluss kommen, dass die Enoteca Bacchus «heute mehr ein Getränkefachgeschäft als ein Gastgewerbebetrieb» sei. Daraus resultiere schliesslich, dass das Geschäft den Ladenöffnungsbestimmungen unterstellt werden müsse. Der Fall ist auch Beat Giraudi bekannt. Der Generalsekretär der Direktion für öffentliche Sicherheit, selbst Anwohner der Herrengasse, habe in einer Sitzung mit der Gewerbepolizei auf das Problem hingewiesen und auch schon persönlich mit De Fusco Gespräche geführt. Doch es haben sich keine Lösungen ergeben.

Im Moment «unten durch»

Zurzeit verkauft De Fusco nur noch Wein und Grappa über die Gasse. Der gebürtige Italiener, seit 23 Jahren im Monbijouquartier mit einem Weinladen ansässig, fühlt sich ungerecht behandelt: In einem Brief an die Gewerbepolizei macht er auf seine Situation aufmerksam. Unter Anderem erläutert er sechs Massnahmen, die er getroffen habe, um der Problematik ein Ende zu setzen. Vergeblich. «Es sind Jugendliche voller sommerlicher Lebensfreude», weiss De Fusco. Im Moment muss er nach eigenen Angaben «unten durch». Er wolle nur, dass man alle Restaurants gleich behandle. Auch Beyeler hofft auf eine glückliche Lösung: «Wir wollen Herrn De Fusco auf keinen Fall das Geschäft vermiesen.»

www.ebund.ch 18.08.01 pao



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